Väter des Erfolgs - die Hengstlinien der Schweren Warmblüter

Edelfalk gehörte neben Canton und Vasall zu den drei Hengsten, die als "offizielle" Genreserve während der vorübergehenden Schließung des Zuchtbuches der Schweren Warmblüter verwahrt wurden und 1977 als Erste wieder in den Wiedereinsatz gelangten. Er gehtüber den Zweig Ruthard/Ehrenberg auf den 1871 importierten französischen Hengst Norman zurück, der im alten Oldenburg und auch im heutigen Sachsen-Thüringen die am weitesten verbreitete Hengstlinie gründen konnte. Edelfalk dominierte in den 80iger Jahren mit seinen Söhnen das züchterische Bild. Teilweise konnten bis zu 40% des Hengstbestandes diesem Zweig zugeordnet werden.

Die Nachkommen dieser Hengste waren durchweg ausdrucksstark, meistens Rappen mit Hals und "Geist", teilweise aber auch mit etwas strammen Rücken. In den letzten 20 Jahren gab es offensichtlich keinen Hengst, der entsprechende Durchsetzungskraft in der Vererbung aufwies, was einer der Gründe für die recht deutliche Dezimierung dieser Hengstlinie sein könnte. Dies wird auch dadurch deutlich, dass die heutigen Vertreter der Edelfalk-Linie von unterschiedlichen Hengsten stammen. Auffallend ist, dass immer wieder gute Stuten von den Nachkommen des Edelfalk resultieren, sei es von dem aus Polen importierten Eidam-Enkel Indygo oder aber auch von Eichbaum oder Einsiedel. So sind die Gene dieser Linie über die Stutenstämme in der Population stärker präsent, als es über die Vaterseite der Fall ist. Von den 2008 aktiven Beschälern führten 17 Edelfalk-Blut in den ersten drei Generationen auf der Mutterseite.

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Indygo sl.2270
v.Sajudis sl.1588 - Orkisz xx
Landbeschäler
Züchter: Landgestüt Ksiaz

Auch im Fahrsport kommen aus dieser Hengstlinie immer wieder hocherfolgreiche Pferde. Bei den Einspännern ist Elmor zur Zeit am erfolgreichsten. Der Eschenbach-Sohn war mit seinem Besitzer Christoph Dieker unter anderem zweifacher Sieger des Dillenburger Turniers und wurde im Jahr 2008 Vizeweltmeister der Einspänner. Eines der beständigsten Gespannpferde von Steffen Scholz ist der Enzian-Sohn Eiko, der im Vierspänner bisher weit über 10.000 Euro Lebensgewinnsumme aufweisen kann.

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Elmor v. Eschenbach - Eichfalk I
Fahrer: Christoph Dieker
Züchter: AG Bischofferode

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